Verschwundene Gaststätten in Remscheid und Umgebung
Eine Spurensuche zu verschwundenen Gaststätten in Remscheid und Umgebung: Geschichten aus Solingen, Wermelskirchen und alten Stammkneipen.
- Die Kneipe als sozialer Mittelpunkt
- Gaststätten in Remscheid
- Solinger Wirtschaften und Ausflugslokale
- Wermelskirchener Kneipen zwischen Dorf und Industrie
- Warum die Kneipenkultur verschwand
Die Kneipe als sozialer Mittelpunkt
TL;DR: Verschwundene Gaststätten in Remscheid und Umgebung waren früher wichtige Treffpunkte. Sie verbanden Arbeitswelt, Vereine, Nachbarschaften und Freizeit. Beispiele aus Remscheid, Solingen und Wermelskirchen zeigen, was mit den alten Wirtschaften verloren ging: nicht nur Tresen und Stammtische, sondern ein Stück gemeinschaftlicher Alltag.
Es gab eine Zeit, da war die Kneipe weit mehr als ein Ort für ein Bier nach Feierabend. Sie war Nachrichtenbörse, Vereinsheim, Stammtisch und manchmal sogar Tanzsaal. In manchen Wirtschaften wurde gekegelt, in anderen diskutiert oder musiziert. Für viele Menschen war die Gaststätte ein zweites Wohnzimmer.
Das galt besonders für die Industriestädte in der Umgebung von Remscheid. Werkzeugfabriken, Schleifkotten, Schmieden, Textilbetriebe und andere Produktionsstätten prägten den Alltag. Kollegen arbeiteten häufig nicht nur zusammen. Sie trafen sich auch nach der Schicht wieder.
In Remscheid, Solingen und Wermelskirchen gab es deshalb über Jahrzehnte zahlreiche kleinere Gaststätten und Schankwirtschaften. Viele sind verschwunden. Manche Gebäude stehen noch. Andere sind nur auf alten Fotografien erhalten. Einige leben vor allem in den Erinnerungen früherer Gäste weiter.

Gaststätten in Remscheid
Wirtschaften gehörten zum Alltag der Werkzeugstadt
Remscheid war über Jahrhunderte von Werkzeugproduktion und Metallverarbeitung geprägt. An den Bächen entstanden Hammerwerke und Schleifkotten. Später entwickelte sich daraus eine stark industrialisierte Werkzeugstadt. Nach Angaben der Stadt existierten im Remscheider Raum einst rund 130 Wasserhämmer und 67 Schleifkotten.
Wo viele Menschen arbeiteten, entstanden auch Orte für den Feierabend. Die Gaststätte lag oft in der Nähe des Arbeitsplatzes oder mitten im Wohnquartier. Nach der Schicht war der Weg zum Stammtisch kurz. Kollegen konnten sich treffen, ohne eine größere Fahrt zu planen.
Ein außergewöhnliches Dokument aus dem Stadtarchiv zeigt, wie selbstverständlich Gastwirtschaften schon im 19. Jahrhundert zum Stadtleben gehörten. 1853 erließ Bürgermeister Bertram Pfeiffer eine Polizeiverordnung gegen übermäßigen Branntweinkonsum. Gastwirte erhielten eine Liste mit Personen, denen wegen ihres Trinkverhaltens kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden sollte.
Richard Becker in Ehringhausen
Ein erhaltenes Exemplar dieser Liste hing über Jahrzehnte in der Gaststube von Richard Becker in Ehringhausen. Die traditionsreiche Wirtschaft befand sich in einem Gebäude aus der Zeit um 1800. Dokumente belegen dort bereits im 19. Jahrhundert einen Gaststättenbetrieb.
Auch später blieb die Wirtschaft ein Treffpunkt für Stammgäste und Vereine. Selbst als die regulären Öffnungszeiten bereits deutlich reduziert waren, kam donnerstags der Männergesangverein zur Probe. Vorn am Tresen tranken gleichzeitig Gäste ihr Bier.
Im Herbst 2020 endete der Betrieb. Damit verschwand nicht nur ein gastronomisches Angebot. Verloren ging ein Ort, an dem sich Menschen über Generationen begegneten. Das historische Dokument aus dem Jahr 1853 gelangte anschließend ins Stadtarchiv. Wenigstens ein Teil dieser Kneipengeschichte blieb damit erhalten.
Erinnerungen an frühere Gaststätten sind wertvolle Stadtgeschichte. Namen, Jahreszahlen und Erlebnisse stammen jedoch häufig aus unterschiedlichen Überlieferungen. Alte Fotografien, Zeitzeugenberichte und Archivalien sollten deshalb gemeinsam betrachtet werden.
Solinger Wirtschaften und Ausflugslokale
Auch in Solingen war die Verbindung zwischen Arbeit und Gastronomie besonders eng. Die Klingenindustrie prägte die Stadt über Jahrhunderte. Schmiede, Schleifer und später Fabrikarbeiter lebten oft in der Nähe ihrer Arbeitsplätze. Die Gastronomie wuchs mit diesen Strukturen.
Eine Veröffentlichung zur Solinger Stadtgeschichte widmete sich deshalb den früheren Gaststätten und Hotels. Die historischen Wirtschaften waren weit mehr als Lokale. Sie spiegelten gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Zugleich waren sie Orte für Familienfeiern, Vereinsabende und spontane Gespräche.
Schauen Sie sich doch einmal eine Übersicht all unserer spannenden Themen an

Schützenburg und Beim Paule
Ein eindrucksvolles Beispiel war die frühere Schützenburg. Bereits 1833 entstand an der Stelle des heutigen Theater- und Konzerthauses ein großes Holzgebäude. Dort trafen sich Menschen nicht nur zum Vergnügen. Auch politische Veranstaltungen fanden statt.
Der Sozialist Ferdinand Lassalle sprach dort einst vor Arbeitern und Anhängern des Arbeitervereins. 1877 brannte die erste Schützenburg ab. Ein Neubau folgte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt. 1957 zerstörte ein weiterer Brand die Anlage. Heute erinnert am Standort nur noch wenig an diese ursprüngliche Funktion.
Zu den bekannten Solinger Gaststätten gehörte außerdem Beim Paule. Die Wirtschaft wurde 1929 eröffnet. Betreiber Emil Broch benannte sie nach seiner Frau, die er am Tag der Eröffnung geheiratet hatte. Solche persönlichen Geschichten erklären, warum frühere Gaststätten oft länger im Gedächtnis bleiben als andere Geschäfte.
Düppeler Hof, Golden Spieß und Waffenschmied
Auch der Düppeler Hof gehört zu den früheren Solinger Wirtschaften. Wilhelm Schübb betrieb dort einst das Lokal „Zum Düppeler Hof“. Die Gaststätte existiert schon lange nicht mehr. Das Gebäude steht jedoch weiterhin. Wer heute daran vorbeigeht, erkennt nicht automatisch, dass dort früher Menschen am Tresen saßen.
Viele ältere Solinger erinnern sich außerdem an den Golden Spieß am Entenpfuhl, den Bierbrunnen in der Karstadtpassage oder den Waffenschmied am Alten Markt. Diese inhabergeführten Betriebe prägten das Bild der Innenstadt. Ihr Verschwinden zeigt, wie stark sich die Gastronomie verändert hat.
Haus Striepen und Burger Hof
In Unterburg hatte das spätere Haus Striepen eine wechselvolle Geschichte. Im 19. Jahrhundert befanden sich dort zeitweise eine Postdienststelle sowie ein Café mit Bäckerei und Konditorei. Ab den 1930er-Jahren entwickelte sich daraus zunehmend ein Restaurant.
Nach schweren Kriegsschäden wurde das Haus Anfang der 1950er-Jahre wieder aufgebaut. Über Jahrzehnte blieb es ein gastronomischer Anlaufpunkt. 2011 schloss das Restaurant schließlich. Zur Familie gehörte außerdem der benachbarte Burger Hof. Zeitweise bildeten beide Häuser eine wirtschaftliche Einheit.
Ein anderes Modell war das Haus Fähr. Die Ausflugsgaststätte wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet. Gäste gelangten über einen Steg und später über eine Brücke dorthin. Heute wird der gastronomische Betrieb nicht mehr geführt.
Müngsten als Ziel für Ausflügler
Die Solinger Gaststättenlandschaft bestand nicht nur aus Arbeiterkneipen. Entlang der Wupper und in den Tälern lagen zahlreiche Ausflugslokale. Besonders deutlich wird das in Müngsten. Nach dem Zweiten Weltkrieg existierten unter der Müngstener Brücke zeitweise 13 Kioske, Imbisse und Gaststättenbetriebe.
Heute ist diese Dichte kaum vorstellbar. Damals gehörte der sonntägliche Ausflug mit anschließender Einkehr fest zur Freizeitkultur. Familien, Wanderer und Ausflügler verbanden Naturerlebnis und Gastronomie. Der Besuch wurde damit selbst zu einem festen Ritual.
Sie suchen passende Locations? Ganz einfach, geben Sie in der Suche rechts das Keyword ein: z.B: Stadt, Besonderheit, etc.
Wermelskirchener Kneipen zwischen Dorf und Industrie
Gaststätten in Hofschaften und Ortsteilen
Wermelskirchen unterschied sich in seiner Kneipengeschichte etwas von Remscheid und Solingen. Auch die Stadt war industriell geprägt. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich besonders die Schuhindustrie. Später wurden Rollen und Räder zu wichtigen Wirtschaftszweigen.
Gleichzeitig blieb die Verbindung zu Landwirtschaft, Hofschaften und ländlichem Alltag stärker sichtbar. Diese Mischung spiegelte sich in den Gaststätten. Eine Wirtschaft konnte Treffpunkt, Ausflugslokal, Versorgungsort und landwirtschaftlicher Betrieb zugleich sein.
Ein bekanntes Beispiel war die ehemalige Gaststätte Hahn in Hünger. Alte Fotos zeigen die Wirtschaft noch in den 1970er-Jahren. Zeitzeugen erinnern sich an gemeinsames Essen, Skatabende, Getränke und Geschichten aus dem Alltag. Das Lokal ist längst verschwunden. Die Erinnerungen daran sind geblieben.
Finkenholl als Treffpunkt und Versorgungsort
Besonders anschaulich ist die Geschichte der früheren Gaststätte Finkenholl. Mehrere Generationen einer Familie besuchten das Lokal regelmäßig. Überliefert sind Erinnerungen an Hähnchenessen, Holzbänke, rot-weiß karierte Tischdecken und einen Wirt, der abends Akkordeon spielte.
Das Haus hatte jedoch weitere Funktionen. Neben der Gastwirtschaft wurde Landwirtschaft betrieben. Kinder holten dort morgens Milch. Milchkannen wurden noch mit Pferd und Wagen transportiert. Wanderer kehrten ein, wenn sie auf Wegen in Richtung Eifgental, Neue Mühle, Rausmühle, Markusmühle oder Altenberg unterwegs waren.
Finkenholl war damit gleichzeitig Gaststätte, landwirtschaftlicher Betrieb, Treffpunkt, Ausflugslokal und Versorgungsort. Aus heutiger Sicht wirkt diese Mischung ungewöhnlich. Früher war sie Teil des Alltags. Gerade in kleineren Hofschaften lagen Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit eng beieinander.
Vorteile & Nachteile auf einen Blick
Vorteile
- Gaststätten schufen persönliche Begegnungen im Quartier.
- Vereine und Stammtische fanden feste Räume.
- Lokale verbanden Arbeitswelt, Freizeit und Nachbarschaft.
Nachteile
- Viele Betriebe waren wirtschaftlich anfällig und abhängig von Stammgästen.
- Alkoholkonsum gehörte häufig selbstverständlich zum sozialen Alltag.
Checkliste für die Praxis
- Alte Familienfotos auf Hinweise zu Gaststätten prüfen.
- Zeitzeugen nach Namen, Lage und besonderen Geschichten fragen.
- Gebäude ehemaliger Wirtschaften im Stadtbild vergleichen.
- Archivalien und Erinnerungen gemeinsam dokumentieren.
Warum die Kneipenkultur verschwand
Für das Verschwinden der klassischen Kneipen gibt es keinen einzelnen Grund. Mehrere Entwicklungen kamen zusammen. Die Arbeitswelt veränderte sich. Große Industriebetriebe bauten Beschäftigung ab oder verschwanden. Menschen pendelten stärker und verbrachten mehr Zeit unterwegs.
Auch das eigene Auto veränderte die Freizeit. Fernsehen und später digitale Medien holten Unterhaltung ins Wohnzimmer. Vereine verloren Mitglieder. Gleichzeitig stiegen Kosten und Anforderungen für gastronomische Betriebe. Fachkräftemangel und ein verändertes Konsumverhalten erschwerten den Weiterbetrieb kleiner Wirtschaften.
Hinzu kam ein anderer Umgang mit Alkohol. Das Feierabendbier am Tresen war früher für viele Arbeitnehmer ein selbstverständliches Ritual. Heute besitzt diese Gewohnheit nicht mehr dieselbe gesellschaftliche Bedeutung. Treffen finden häufiger in privaten Räumen, Cafés, Restaurants oder digitalen Netzwerken statt.
Mit jeder Gaststätte verschwand meistens mehr als ein gastronomischer Betrieb. Stammtische lösten sich auf. Kegelclubs verloren ihren Treffpunkt. Vereine mussten neue Räume suchen. Nachbarn begegneten sich seltener spontan. Lokale Geschichten verloren ihren festen Ort.
Genau darin liegt der wichtigste Unterschied zwischen einer früheren Arbeiterkneipe und moderner Gastronomie. Die Kneipe verkaufte nicht nur Getränke. Sie organisierte Nähe. Der Wirt kannte viele Gäste persönlich. Bestellungen wurden nicht immer ausgesprochen. Der Stammplatz war Teil der sozialen Ordnung.
Remscheid, Solingen und Wermelskirchen hatten dabei unterschiedliche Kneipengeschichten. In Remscheid waren Wirtschaften eng mit Werkzeugindustrie, Handwerk, Vereinen und alten Hofschaften verbunden. In Solingen spiegelten sie die Klingenstadt, die Arbeiterbewegung und eine ausgeprägte Ausflugskultur.
In Wermelskirchen verschmolzen Kneipe, Dorfleben, Landwirtschaft und Industrie teilweise miteinander. Die Formen waren verschieden. Die gesellschaftliche Funktion war erstaunlich ähnlich. Überall bot die Gaststätte einen Raum, in dem Menschen ohne großen Aufwand zusammenkommen konnten.
Als die Kneipe noch zum täglichen Leben gehörte
Viele Geschichten lassen sich nicht vollständig aus Akten rekonstruieren. Die spannendsten Details befinden sich häufig in den Köpfen früherer Gäste. Wer saß immer am gleichen Platz? Welcher Wirt kannte jede Bestellung? Wo wurde gekegelt? Wo traf sich nach der Schicht die ganze Belegschaft?
In welchem Lokal wurde die erste Liebe kennengelernt? Wo wurde am Freitagabend so lange diskutiert, bis der Wirt irgendwann das Licht einschaltete? Solche Erinnerungen wirken privat. Tatsächlich erzählen sie viel über die Geschichte einer Stadt.
Die verschwundenen Gaststätten in Remscheid und Umgebung stehen deshalb für mehr als Gastronomiegeschichte. Sie erzählen von einer Zeit, in der Arbeit, Wohnen und gesellschaftliches Leben enger verbunden waren. Menschen arbeiteten gemeinsam. Sie wohnten häufig im gleichen Quartier. Nach Feierabend trafen sie sich wieder.
Heute stehen an vielen ehemaligen Kneipen andere Gebäude. Oder das Haus sieht noch genauso aus, nur der Tresen ist verschwunden. Wer genau hinsieht, entdeckt trotzdem Spuren dieser vergangenen Kultur. Ein alter Schriftzug, eine besondere Raumaufteilung oder ein Name auf einem Foto kann Erinnerungen zurückholen.
Vielleicht kennen deshalb viele Menschen Jahrzehnte später noch den Namen ihrer alten Stammkneipe. Nicht wegen des Bieres. Sondern wegen der Menschen, die dort saßen.
Zielgruppen im Blick
Perspektive für 20–40 Jahre
Für jüngere Erwachsene eröffnet die Geschichte alter Gaststätten einen ungewohnten Blick auf die eigene Stadt. Kneipen waren soziale Netzwerke ohne App. Wer heute ehemalige Standorte erkundet, entdeckt, wie eng Arbeit und Freizeit früher verbunden waren. Alte Fotos und Erzählungen machen Stadtgeschichte anschaulich und zeigen, wie stark sich Treffpunkte innerhalb weniger Jahrzehnte verändern können.
Perspektive für 40–60 Jahre
Viele Menschen dieser Altersgruppe kennen einige der genannten Namen noch aus eigener Jugend. Die Erinnerungen reichen von Familienfeiern bis zu Vereinsabenden. Eine Spurensuche kann deshalb persönliche Erlebnisse mit regionaler Geschichte verbinden. Besonders interessant sind Gebäude, die noch stehen, obwohl ihre frühere Funktion kaum sichtbar geblieben ist.
Perspektive ab 60
Für ältere Leserinnen und Leser gehören ehemalige Wirtschaften oft zur eigenen Lebensgeschichte. Sie erinnern sich an Wirte, Stammplätze, Speisekarten und feste Rituale. Ihr Wissen ergänzt schriftliche Quellen. Ohne diese persönlichen Berichte würden viele Details über Gaststätten in Remscheid, Solingen und Wermelskirchen unwiederbringlich verloren gehen.
Häufige Fragen
Warum gab es früher so viele Gaststätten in Remscheid, Solingen und Wermelskirchen?
Gaststätten waren früher wichtige Treffpunkte im Wohn- und Arbeitsumfeld. Vereine, Nachbarn und Kollegen kamen dort zusammen. Fernsehen, Internet und digitale Netzwerke fehlten. Außerdem lagen Arbeitsplätze, Wohnungen und Wirtschaften oft eng beieinander. Die Kneipe übernahm deshalb soziale Aufgaben, die heute auf verschiedene Orte und Medien verteilt sind.
Welche verschwundenen Gaststätten sind besonders bekannt?
Zu den überlieferten Beispielen gehören Richard Becker in Ehringhausen, die Schankwirtschaft Jakoby an der Lenneper Straße und eine Gaststätte im Haus des Handwerks in Remscheid. In Solingen erinnern sich viele Menschen an Beim Paule, den Düppeler Hof, den Golden Spieß und den Waffenschmied. In Wermelskirchen sind unter anderem Hahn in Hünger und Finkenholl bekannt.
Welche Rolle spielten Gaststätten für Vereine und Nachbarschaften?
Gaststätten dienten als Vereinsheim, Stammtisch, Kegelbahn, Versammlungsort und gelegentlich als Tanzsaal. Dort fanden Proben, Skatabende, Familienfeiern und politische Treffen statt. Besonders in Arbeitervierteln und Hofschaften war die Wirtschaft ein niedrigschwelliger Ort für Begegnungen. Mit ihrem Verschwinden verloren viele Vereine und Nachbarschaften einen festen Mittelpunkt.
Warum verschwanden so viele klassische Kneipen?
Mehrere Veränderungen wirkten zusammen. Industriebetriebe bauten Arbeitsplätze ab, Pendler legten größere Wege zurück und das Auto veränderte die Freizeit. Fernsehen und digitale Medien verlagerten Unterhaltung ins private Umfeld. Dazu kamen steigende Kosten, Fachkräftemangel, strengere Anforderungen und ein verändertes Verhältnis zum Alkoholkonsum. Für viele kleine Betriebe wurde der Weiterbetrieb dadurch immer schwieriger.
Weitere Stichwörter zu diesem Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Drogenberatung im Bergischen Land: Hilfe für Betroffene & Angehörige
Remscheid – Menschen, Erfindergeist und Unternehmertum im Bergischen Land
Finanzieller Druck in und um Remscheid
Bekannte Persönlichkeiten aus dem Bergischen Land
Tiere und Wunder im Bergischen Land – Natur hautnah erleben

