Butter, Vanille und Zimt im Ofen – manchmal reicht schon der Duft, um Erinnerungen an frühere Weihnachtsküchen wachzurufen. Für die Adventszeit in Remscheid haben wir sechs unkomplizierte Klassiker zusammengestellt: zum Ausstechen, Formen, Naschen und Verschenken. Und weil zur regionalen Kaffeetradition auch warme Waffeln passen, darf zum Schluss noch ein Bergischer Klassiker auf den Tisch.
Spritzgebäck: der Klassiker aus dem Fleischwolf
Viele Familien verbinden Spritzgebäck mit einem Fleischwolf und einem speziellen Gebäckaufsatz. Heute lässt sich der Teig auch mit einem Spritzbeutel formen. Wichtig ist, dass er weich genug zum Durchdrücken ist, aber seine Form behält.
Zutaten
- 250 g weiche Butter
- 100 g Puderzucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1 Ei
- 250 g Mehl
- 70 g Speisestärke
- bei Bedarf etwas Milch
- optional: Zartbitter- oder Vollmilchkuvertüre
Butter, Puderzucker und Vanillezucker cremig rühren. Ei und Salz dazugeben, Mehl und Stärke kurz unterarbeiten. Den Teig zu Kringeln, Stangen oder S-Formen aufs Blech setzen. Bei etwa 180 Grad Ober-/Unterhitze backen, bis die Ränder leicht goldfarben sind. Nach dem Auskühlen können die Enden in Schokolade getaucht werden.
Butterplätzchen: gemeinsam ausstechen und verzieren
Sterne, Herzen oder Tannenbäume: Butterplätzchen bieten viel Raum für eigene Formen und Dekoration. Auch schiefe Sterne gehören dazu – schließlich geht es beim gemeinsamen Backen nicht um perfekte Ergebnisse.
Zutaten
- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- etwas abgeriebene Zitronenschale
Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verkneten und mindestens 30 Minuten kalt stellen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Fläche etwa drei bis vier Millimeter dick ausrollen und Formen ausstechen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und bei rund 180 Grad etwa acht bis zwölf Minuten backen. Nach dem vollständigen Auskühlen nach Wunsch mit Puderzucker, Zitronensaft, Schokolade, Streuseln oder gehackten Mandeln verzieren.
Vanillekipferl: mürbe Halbmonde
Damit die Kipferl zart werden, sollte der Teig rasch verarbeitet und vor dem Formen gekühlt werden. Beim Wenden in der Zuckermischung ist Vorsicht gefragt: Warm sind die Halbmonde besonders empfindlich.
Zutaten
- 250 g Mehl
- 175 g kalte Butter
- 100 g gemahlene Mandeln
- 80 bis 100 g Zucker
- 2 Eigelb
- 1 Prise Salz
- zum Wälzen: 100 g Puderzucker und Vanille oder Vanillezucker
Mehl, Butter, Mandeln, Zucker, Eigelb und Salz rasch verkneten. Den Teig mindestens 30 Minuten kalt stellen. Kleine Stücke zu Rollen formen, die Enden etwas dünner rollen und zu Halbmonden biegen. Bei ungefähr 175 bis 180 Grad backen, bis die Spitzen leicht Farbe bekommen. Die noch warmen Kipferl vorsichtig in Puderzucker und Vanille wenden.
Spekulatius: Gewürze für den Advent
Zimt, Nelken, Kardamom und Muskat geben diesem Gebäck sein typisches Aroma. Wer Spekulatiusformen oder ein Model besitzt, kann damit Muster prägen. Gewöhnliche Ausstechformen funktionieren ebenfalls.
Zutaten
- 250 g Mehl
- 125 g Butter
- 100 g brauner Zucker
- 1 Ei
- 50 g gemahlene Mandeln
- 1 TL Zimt
- je eine kleine Prise Nelken, Kardamom, Muskat und Salz
- etwas Backpulver
Butter und Zucker verrühren, das Ei dazugeben. Mehl, Mandeln und Gewürze vermischen und unterkneten. Den Teig mindestens eine Stunde kalt stellen, anschließend dünn ausrollen und ausstechen oder prägen. Bei etwa 175 bis 180 Grad knusprig backen. Mandelblättchen können den Spekulatiusgeschmack ergänzen.
Kokosmakronen: eine Idee für übriges Eiweiß
Für Makronen braucht es nur wenige Zutaten. Die Häufchen können auf Oblaten oder direkt auf Backpapier gesetzt werden.
Zutaten
- 3 Eiweiß
- 150 g Zucker
- 200 g Kokosraspel
- 1 Prise Salz
- etwas Zitronenabrieb
- optional: Oblaten und dunkle Schokolade
Eiweiß mit Salz steif schlagen und den Zucker langsam einrieseln lassen. Kokosraspel vorsichtig unterheben. Kleine Häufchen auf Oblaten oder Backpapier setzen und bei etwa 150 bis 160 Grad backen. Sie sollen außen leicht Farbe bekommen und innen weich bleiben. Nach dem Auskühlen lässt sich die Unterseite nach Wunsch in dunkle Schokolade tauchen.
Marmeladenplätzchen mit Kirschfüllung
Zwei mürbe Plätzchen, dazwischen Konfitüre und obenauf Puderzucker: Das Grundprinzip ist einfach. Für eine bergische Note bietet sich Kirschkonfitüre an – Kirschen gehören auch zu den klassischen Beilagen bei Bergischen Waffeln.
Zutaten
- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- Vanille und 1 Prise Salz
- Johannisbeer-, Himbeer- oder Kirschkonfitüre
- Puderzucker
Aus den Zutaten einen Mürbeteig herstellen und kalt stellen. Dünn ausrollen und jeweils zwei gleiche Formen ausstechen. In eine Form ein kleines Loch stechen. Die Plätzchen backen und auskühlen lassen. Die geschlossenen Böden mit Konfitüre bestreichen, die gelochten Deckel aufsetzen und mit Puderzucker bestäuben.
Für den Adventsteller: Plätzchen richtig lagern
Die meisten Sorten bleiben kühl, trocken und gut verschlossen länger frisch. Blechdosen eignen sich dafür. Knusprige und weiche Gebäcke sollten getrennt aufbewahrt werden; auch stark gewürzte Plätzchen können ihr Aroma auf feinere Sorten übertragen. Wer verschiedene Sorten zusammenstellt, kann sie deshalb getrennt lagern und erst vor dem Servieren auf einen Teller legen.
Selbst gebackene Plätzchen lassen sich außerdem als persönliches Geschenk verpacken: in einer Dose, einem Glas oder einer Papiertüte. Eine kleine Auswahl aus Spritzgebäck, Vanillekipferln und Marmeladenplätzchen bringt unterschiedliche Aromen zusammen.
Bergische Waffeln: warm zur Kaffeetafel
Waffeln sind keine Plätzchen, passen aber zur regionalen Kaffeetradition. Bei der Bergischen Kaffeetafel werden sie unter anderem mit heißen Kirschen und Sahne oder mit Milchreis, Zimt und Zucker serviert.
Zutaten
- 250 g Butter
- 200 g Zucker
- 4 Eier
- 500 g Mehl
- 1 Päckchen Backpulver
- etwas Vanille
- etwa 500 ml Milch
- 1 Prise Salz
Butter und Zucker cremig rühren und die Eier nacheinander dazugeben. Mehl und Backpulver vermischen und abwechselnd mit der Milch einrühren. Der Teig sollte dickflüssig sein. Im heißen Waffeleisen goldbraun backen und am besten warm servieren.
Backen wie früher heißt: zusammen backen
Einer rollt den Teig aus, jemand sticht die Formen aus, ein anderer verziert – und zwischendurch wird probiert. Gerade bei Butterplätzchen und Spritzgebäck ist nicht jedes Stück gleich. Das ist kein Fehler, sondern Teil der gemeinsamen Küchenzeit.
Wer alte Familienrezepte besitzt, kann sie fotografieren, aufschreiben und mit dem Namen der Person ergänzen, von der sie stammen. So bleibt nicht nur das Rezept erhalten, sondern auch ein Stück Familiengeschichte. Vielleicht liegt in einer Remscheider Küchenschublade noch ein vergilbter Zettel, auf dem nur steht: „Wie immer backen.“ Dann ist jetzt ein guter Anlass, herauszufinden, was damit gemeint war.
